Es gibt viele unterschiedliche Herangehensweisen, ein Bild zu malen: interessante

Techniken, eine Vielzahl an verschiedenen Farben, Pinseln, Malmitteln usw. Ich

probiere gerne Neues aus, komme aber letzten Endes immer wieder auf drei Mal-

weisen zurück: Das sind die Acrylmalerei (wobei ich nach Möglichkeit ungiftige

Farben verwende), Tuschen und Pastellkreiden. Bei Porträtzeichnungen verwende 

ich zusätzlich auf Zeichenbögen Kreide, Khle oder Grafit.

Die Komposition von Farbe und Linie, Licht und Schatten, das Setzen von

zeichnerischen Elementen, der spezielle Blick, ein Motiv auf der Leinwand

so zu positionieren, damit Spannung und Aussagekraft entstehen können - das ist meine

Aufgabe als Künstlerin. Ich bin sozusagen die Vermittlerin zwischen der Intuition

und ihrer Umsetzung ins Sichtbare.

 

Ich verzichte auf besondere Effekte und technische Raffinessen. Das Wesentliche sind für mich die Motive selbst, die in den Vordergrund rücken sollen. Ich wähle sie sehr bewusst aus, überlasse aber sehr oft den Entstehungsprozess völlig meiner inneren intuitiven Führung. Einen großen Stellenwert in meiner Bilderwelt nehmen dabei Frauen-portraits ein. Sie spiegeln die weibliche Sichtweisen, teilweise archetypische weiblich-seelische Zustände wider. Wenn ich hierbei von „Themen“ sprechen sollte, die um meine Bilder kreisen, dann sind es Liebe, Sinnlichkeit, Schönheit, Spiritualität, Mystik, Archetypen wie die Heilerin, die Schamanin, die Mutter, die Künstlerin, die Zärtliche, die Anmutige, die Kämpferin, die Mutige ... Es geht auch um zwischen-menschliche Situationen und Ereignisse. Ich verschließe meinen Blick auch nicht vor brisanten Themen wie „Nizza 2016“, „Auf der Flucht“ oder „Der Gotteskrieger“. Es sind menschliche Geschichten, vielleicht Schicksale, die sich dem Betrachter in meinen Darstellungen zeigen. 

Die (Wieder-)Entdeckung der Sanftheit, Anmut, Zärtlichkeit und  Spiritualität, das Schwimmen gegen den Strom, in einer Welt voller Aggression, Gefühl- und Rücksichtslosigkeit, die sich auch in der gegenwärtigen Kunst widerspiegelt. Meine Bilder sind „Gegenwelten“: Sie erzählen sinnlich, ästhetisch, farbharmonisch - entführen den Betrachter in eine andere Welt, fordern ihn auf, Zwiesprache zu halten, mit dem Bild, mit sich selbst, mit der Seele … Dies ist meine Performance als Künstlerin.

Ein Bild erschaffen  kann aufregend und fordernd sein. Oft ist es ein fast aufreibendes Unterfangen zwischen Wollen und Zulassen, Andeuten und Verbergen, Sichtbar-Machen und Geheimnisvoll-Lassen - eine Reise ins Ungewisse, in höchster Konzentration: eine Herausforderung, Grenzen zu setzen oder aufzuheben. Manchmal ist es auch Meditation oder Hingabe, Leidenschaft, Erfüllung, absolute Freiheit. Malen ist wie das Leben selbst - es bedeutet lebendig sein.

Ein Bild ist für mich dann erst fertig, wenn es mit mir „zu kommunizieren“ beginnt. Ich empfinde eine innere Weite und Wärme, die von dem Gemälde zu mir herüber fließt, der Raum wird spürbar und der Atem des Bildes erfüllte diesen Raum.