Bilder, die Geschichten erzählen

 

Erzählen, "Geschichten" erzählen - das geschieht hauptsächlich mit Worten, aber auch mit Gesten, Bewegung oder Mimik . In der Literatur gibt es mehrere Ausdrucksmöglichkeiten sich erzählend mitzuteilen: Im Gedicht, in der Kurzgeschichte oder im Roman.

Die Malerei ist die älteste Ausdrucksform der Mitteilung, verewigt In den Behausungen der ersten Höhlenmenschen durch Darstellungen von Tieren, Tierjagden und Ritualen. Hier liegt der Ursprung jeglicher Kunst.

Als Picasso war von den Höhlenmalereien tief beeindruckt. Er meinte, wir hätten, was die Kunst betrifft, bis heute nichts hinzugelernt. Diese prähistorischen Zeichnungen dienten ihm teilweise auch zum Vorbild für Zeichnungen.

Ein Kunstwerk ist immer nur so gut, wie der Künstler "seine  Geschichte"vermittelt und den Betrachter damit erreicht. Die narrative Kun Sie ist die Kunst des bildlichen Erzählens.

In meinen narativen Bildern geht es haupsächlich um Personen, die mich faszinierten, beeindruckten oder mir nahestanden. Teilweise sind es auch Bilder, die mit den Erfahrungen meines Theaterlebens zutun haben.

 

Die Gärtnerin:  Was sie zu erzählen hat 

 

Eine junge Frau mit buntem Hut, einem grünen Kleid, sogar ihr Haar ist grün. Überall Blumen, auf dem Ausschnitt des Kleides und im Hintergrund. Die großen Augen des Mädchens erzählen aus ihrem Leben: 

Sie liebte einen jungen Gärtner, der an einem fürstlichen Hofe arbeitete. Die beiden waren glücklich und füreinander geschaffen. Doch die Eltern der jungen Frau wollten sie mit einem anderen Mann verheiraten und verboten ihr den Umgang mit dem jungen Mann. Das Mädchen war darüber sehr unglücklich, und da sie ihre Situation nicht länger ertrug, lief sie zum Stadtweiher, um dort  ihrem Leben ein Ende zu setzen, was ihr jedoch nicht gelang. Ihre Eltern verheirateten sie dennoch mit dem vorbestimmten Bräutigam, erlaubten ihr aber, jedes Jahr einmal ihren geliebten Gärtner zu besuchen, einen ganzen Tag lang. Einen Sommertag ...

Dies hat ihr über den großen Kummer hinweggeholfen. Solange sie lebte, besuchte sie ihren Gärtner und kam jedes Jahr mit einem Arm voller bunter Blumen zurück, glücklich und geheimnisvoll lächelnd.

Ich weiß das deshalb so genau, weil ich diese Dame gut kannte -  es war meine Großmutter. Ich habe sie als Gärtnerin gemalt, was sie immer sein wollte, mit Sommerhut und ihren großen schönen, wehmütigen Augen, die von ihrem Geheimnis erzählen ...

Ich male, weil ich malen muss:

Ich male, statt zu sprechen -

und spreche doch.

Ich male, statt zu musizieren -

und meine Bilder sind wie Musik.

Ich male, statt auf der Bühne zu stehen -

und meine Bilder erzählen von der Bühne meines Lebens.